Kosten Geburtshilfeschließung Oberkirch

Pressemitteilung zur Stellungnahme des Ortenau-Klinikums zu genannten Kosten der Zusammenlegung der Geburtshilfe

Pressemitteilung des Runden Tischs zur Stellungnahme des Ortenau-Klinikums zum Leserbrief „Erhalt der Geburtshilfe wäre billiger gekommen. (1.10.2020)

Das Ortenau-Klinikum behauptet in seiner Stellungnahme  zum Einen, die Sanierungen und Erweiterungen in den geburtshilflichen Abteilungen wären nur „teilweise“  im Zusammenhang mit der der Schließung der Oberkircher Geburtshilfe durchgeführt worden oder so in Planung. Zum anderen würden die Kosten deutlich unter 4 Millionen Euro liegen.

Diese Aussagen  können anhand von Presseartikeln und Kreistagsbeschlüssen wie folgt widerlegt werden:

Die genannten knapp 9 Mio. Euro Gesamtkosten setzen sich aus in 2019 geplanten und vom Kreistag abgesegneten Einzelposten von 1,7 Mio. Euro für die Erweiterung der Geburtshilfe für das Klinikum-Offenburg Standort Ebertplatz, von 2,4 Mio. für die Erweiterung und Sanierung der Acherner Geburtshilflichen Station und weiteren 4,6 Mio. Euro für einen Anbau im Klinikum Offenburg Standort Ebertplatz zusammen.

Die genannten 2,4 Mio. wurden lt. Beschlussprotokoll ausdrücklich in Zusammenhang mit der Schließung der „Zusammenführung Geburtshilfe am Standort Achern“ beschlossen. Zusätzlich wurde der Bezug zur Schließung vom Pressesprecher Christian Eggersglüß in der ARZ am 6. Juni 2019 bestätigt.

Im Februar diesen Jahres wurden weitere 4,6 Mio. Euro Investitionskosten bekannt, nachzulesen im OT vom 7. Februar im Artikel: „In Offenburg wird 2020 mit deutlich mehr Geburten gerechnet“: „Derzeit bereitet man sich in Offenburg nach der Schließung in Oberkirch Ende Dezember darauf vor, rund 200 bis 250 Geburten zusätzlich pro Jahr zu begleiten. Um die Kapazitäten zu stemmen, sei ein 4,6 Millionen Euro teurer Anbau im Klinikum-Park geplant, erläutert Mathias Halsinger, Verwaltungsdirektor des Offenburger Klinikums.“

Dass eventuell auch weitere anstehende Sanierungsmaßnahmen bei den anstehenden Arbeiten durchgeführt worden sein können, ist an sich logisch und auch nachvollziehbar. Aber zu behaupten, dass die Kosten für Verlegung der Geburtshilfe aus Oberkirch nach Achern und Offenburg deutlich unter vier Millionen lägen, ist schlicht falsch!

Unabhängig von den tatsächlichen Millionenbeträgen stellt sich die Frage der Nachhaltigkeit: Es wird und wurde in Standorte investiert, die spätestens im Jahr 2030 aufgegeben werden, während das Gebäude des Krankenhauses Oberkirch ja in Form einer sogenannten „Portalklinik“ auch nach 2030 bestehen bleiben soll. Es wäre also durchaus sinnvoll gewesen, die weit über das Renchtal hinaus beliebte Geburtshilfe in Oberkirch zu konzentrieren.

Missverständnisse Schließung Krankenhaus

Alles nur Missverständnisse um eine vorzeitige Schließung?

Gestern überschlugen sich die Informationen, die uns erreichten: Die Kreisverwaltung beabsichtige die Schließung unseres Krankenhauses schon für das Jahr 2021, und nicht wie im Kreistagsbeschluss vom Juli 2018 festgehalten im Jahr 2030. Die ARZ berichtete, zitierte dabei unseren Oberbürgermeister Braun: „Es gibt Überlegungen, Oberkirch vorzeitig vom Netz zu nehmen. Dagegen werde ich mich vehement wehren.“
https://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/oberkircher-krankenhaus-vor-der-vorzeitigen-schliessung
Kommentar des Redakteurs dazu: Trauerspiel ums Oberkircher Krankenhaus
Wobei das Wort „Trauerspiel“ ist nicht passt: SKANDAL muss es heißen!

Heute Abend in der Online-Ausgabe der Mittelbadischen Presse nun das Dementi aus dem Landratsamt: „Sollte Herr OB Braun dies tatsächlich so gesagt haben, ist dies falsch“, wird Scherer in einer Mitteilung des Ortenau-Klinikums von Donnerstag zitiert. Richtig sei dagegen, dass der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken sich in seiner Sitzung am Dienstag mit einem Nachnutzungskonzept für den Standort Oberkirch befassen werde. „Eine Vorlage zur Schließung des Standortes Oberkirch zum Jahresende wurde und wird für diese Sitzung nicht vorbereitet“, so der Landrat.

Da geht wirklich einiges durcheinander: Die ARZ schrieb in ihrem Artikel über die beabsichtigte Schließung:
„Der Kreis bereitet laut Braun eine entsprechende Vorlage für die Sitzung des Gesundheits- und Krankenhausausschusses am 20. Oktober vor.“
Bei diesem Termin handelt es sich nicht um eine Sitzung des Gesundheits- und Klinikausschusses, sondern um eine Sitzung des ganzen Kreistags.
Und Landrat Scherer wird zitiert, „dass der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken sich in seiner Sitzung am Dienstag (=22. September) mit einem Nachnutzungskonzept für den Standort Oberkirch befassen werde. „Eine Vorlage zur Schließung des Standortes Oberkirch zum Jahresende wurde und wird für diese Sitzung nicht vorbereitet“, so der Landrat.
Das hat unser OB Matthias Braun auch nicht behauptet, sondern bei seinem Statement ging es um die Kreistagssitzung am 20. Oktober.

Wirklich alles nur Missverständnisse?

FAZIT: ES BLEIBT SPANNEND – DA IST GAR NICHTS VOM TISCH – WIR WERDEN WACHSAM BLEIBEN!