Gesundheitsminister Spahn und seine Sicht auf kleine Kliniken

„Wenn wir über zu viele Krankenhäuser sprechen, meinen wir den städtischen Ballungsraum. Nicht die Versorgung in der Fläche.“
Bundesgesundheitsminister Spahn beim Besuch in Iserlohn (Sauerland) am 20.7.2020.

„Krankenhäuser müssen sich ergänzen!“

Aber genauso wichtig sei es, dass man Synergien schafft, um kostendeckend zu arbeiten und das Gesundheitssystem zu stärken. „Nicht jedes Krankenhaus braucht eine Abteilung für Herzkatheter-Untersuchungen“, findet der Bundesgesundheitsminister.

Quelle: https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/gesundheitsminister-spahn-iserlohn-kliniken-100.html

Wie die Grünen das Gesundheitssystem reformieren wollen

Am 26. Juni haben die beiden Vorsitzenden der Partei „die Grünen/Bündnis 90“ einen Entwurf eines neuen Grundsatzprogramms vorgestellt, das im November auf dem Parteitag beschlossen werden soll.

Gerade im Bereich „Gesundheit und Pflege“ (Absatz 204-216) wird die Einführung eines Stufenmodell von der Basisversorgung bis hin zu Spezialkliniken gefordert (Abs.204). Außerdem steht eine Reform der Fallpauschalen auf dem Programm, die um eine strukturelle Finanzierung ergänzt und nach ihrem gesellschaftlichen Auftrag finanziert werden soll. (Abs.205)

Hier der Entwurf des Grundsatzprogramms: https://www.gruene.de/grundsatzprogrammprozess

Hier die Absätze 204 und 205 im Wortlaut:

(204) Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeuten eine gute Gesundheitsversorgung in der Stadt und auf dem Land. Jeder Mensch muss Zugang zu medizinischer Hilfe haben, egal wo er lebt. Dafür müssen aber nicht alle Kliniken dieselbe Leistung anbieten. Durch ein Stufenmodell von der Basisversorgung bis hin zu Spezialkliniken kann die Versorgung im ländlichen Raum gestärkt und zeitgleich eine gute Qualität bei allen Behandlungen sichergestellt werden.

(205) Nur ein gut finanziertes Gesundheitssystem kann die Würde der Patient*innen und die Rechte der Beschäftigten gleichermaßen schützen. Die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens hat zu Fehlanreizen, erzwungener Kostenersparnis zulasten der Versorgungssicherheit und zu einer falschen Verteilung von Geldern geführt. Die Krankenhausfinanzierung muss neu gedacht und im Sinne der Versorgungssicherheit und -qualität auf die Fläche, auf eine gute Bezahlung für Beschäftigte, auf Vorsorge und auf Krisenresilienz ausgerichtet werden. Kliniken sollen nicht nur nach erbrachter Leistung, sondern nach ihrem gesellschaftlichen Auftrag finanziert werden. Dafür müssen die Fallpauschalen reformiert und um eine strukturelle Finanzierung ergänzt werden. Die Planung im Gesundheitssystem soll gestärkt werden und sektorenübergreifend erfolgen. Das bedeutet, dass stationäre und ambulante Versorgung zusammen gedacht und finanziert werden.

Unser Sozialminister Manfred Lucha war wohl nicht Mitglied der Programmkommission. Bedeutet das nicht für den grünen Landesminister, für die Partei der Grünen in Baden-Württemberg insgesamt, dies eine Umkehr von der bisherigen Politik der Zentralisierung der Gesundheitsversorgung in Großkliniken einzuleiten?
Um dem Programmentwurf gerecht zu werden, müssen ab sofort die Krankenhausstrukturen  von Baden-Württemberg, dem einzigen von Grünen geführten Bundesland, neu gedacht werden!

Und wie man Stimmen aus der Politik hört, sind nicht nur die Grünen dabei, den Bereich „Gesundheit und Pflege“ zu überdenken!

Markgräfler Notärzte sind wütend

SWR-Beitrag zur zukünftigen Notfallversorgung von Patienten: Diese soll künftig nur noch in integrierten Notfallzentren erfolgen. Das sieht ein entsprechender Gesetzentwurf vor. Gegen diese Zentralisierung regt sich Widerstand.

Diese geplante Neuordnung für eine zentralisierte Notfallversorgung hätte zur Folge, dass kleinere Kliniken, die bisher für Notfallpatienten da waren, dies in Zukunft nicht mehr machen werden. Etwa die Beckerklinik in Bad Krozingen im Markgräflerland (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Die ist schon jetzt am Wochenende und nachts für Notfälle geschlossen. Diese Zentralisierung-Pläne sind vor allem für Notärzte ein echter Aufreger.

Hier gehts zum Beitrag von SWR

Notfallversorgung

Ende der Notfallversorgung in Oberkirch?

In Bad Krozingen steht seit dem 1. Juli statt einer 24-Stunden Notfallversorgung für kleinere und größere Verletzungen durch die Privatklinik Becker – spezialisiert auf Knie-und Hüftgelenks-Operationen –  nur noch tagsüber an Werktagen eine Notfallversorgung zu Verfügung. Die Klinik hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um darauf aufmerksam zu machen, dass laut einem Gesetzentwurf des Bundes-Gesundheitsministeriums (der zum Jahresende verabschiedet werden soll) künftig nur noch „integrierte Notfallzentren“ (INZ) die Notfallversorgung von Patienten gewährleisten.Weiterlesen

Fragen zu Erfahrungen in der Geburtshilfe

Nachdem die Geburtshilfe im Oberkircher Krankenhaus seit Dezember 2019 geschlossen ist, sind wir interessiert an den Erfahrungen, die werdende Mütter aus dem Renchtal im ersten Halbjahr 2020 in anderen Krankenhäusern gemacht haben. Interessant wäre zu wissen, in welchem Krankenhaus die Geburt stattfand, wie die Vorbereitungen, die Atmosphäre und die Nachsorge waren. Alle Informationen werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Schreiben Sie uns eine Mail an info@runder-tisch-krankenhaus-oberkirch.de oder rufen Sie Dr. Rainer Stier Tel. 07802/3676 an.

Übergabe der Petition

Rede von Elke Honsel bei der Petitionsübergabe am 23. Juni

Sehr geehrter Herr Landrat Scherer, sehr geehrte Damen und Herren Kreisräte,
sehr geehrte Anwesende,
Mein Name ist Elke Honsel und ich stehe hier als Vertreterin des Runden Tisches, eine Vereinigung, die sich für den Erhalt der kleinen Krankenhäuser einsetzt.
Vor meiner Pensionierung war ich Leitende Med. techn. Assistentin und kenne den Krankenhausbetrieb aus langjähriger Erfahrung.Weiterlesen

Demonstration in Offenburg am 20. Juni gegen Agenda 2030

Gemeinsam mit der LILO-Ortenau, Verdi, Friday for Futures haben wir eine Demonstration gegen die Durchführung der sogenannten Agenda 2030 mit von uns geschätzten mindestens 600 Teilnehmern veranstaltet. Dabei waren viele Renchtäler, von denen der eine oder andere das erste Mal in seinem Leben an einer Demonstration teilgenommen hat. Dr. Rainer Stier, ehemaliger Kinderarzt aus Oberkirch, hat unsere Standpunkte zur sogenannten Agenda 2030 auf der Demonstration noch einmal klar gemacht:Weiterlesen

Petition „Wir für unser Krankenhaus – Stoppt die Agenda 2030“ wird Landrat übergeben

Wir werden am kommenden Dienstag im Landratsamt des Ortenaukreises die gesammelten über 5000 Unterschriften der Petition „Wir für unser Krankenhaus – Stoppt die Agenda 2030“ an Landrat Frank Scherer und die Mitglieder des Gesundheits- und Klinik-Ausschusses übergeben. Die Übergabe soll anlässlich der Sitzung des Ausschusses im Hof des Landratsamtes öffentlich zwischen 15:15 Uhr und 15:45 Uhr stattfinden. Über zahlreiche anwesende Unterstützer würden wir uns freuen.Weiterlesen

Finanzbedarf Agenda 2030

Erste Berechnung 2018 des Finanzbedarfs für die Agenda 2030 war mehr als zweifelhaft

Ende Januar 2020 wurde aus der Verwaltung des Ortenaukreises bekannt, dass der Investitionsbedarf für die Agenda 2030 von ursprünglich errechneten 504 Mio. € auf mindesten 921 Mio. € (bei Einbeziehung weiterer infrastruktureller Maßnahmen auf 1,3 Mrd. €) steigen wird.  Anfang Februar hatte sich daraufhin unser Mitstreiter des Runden Tischs, Bernd Honsel, ehemaliger langjähriger Syndicus in einem der größten deutschen Versicherungsunternehmen, die Berechnungen des Landratsamts, die eine der Grundlagen des Agenda-Beschlusses vom Juli 2018 war, genauer angesehen.

Hinsichtlich der Ansage von Landrat Scherer noch vor der Sommerpause ein neues Finanzkonzept für die Agenda 2030 vorzulegen, hier die Auswertung von Bernd Honsel:

Überholte Annahmen, fehlende Kosten, fiktive Berechnungsgrundlagen

Die Klinikverwaltung beruft sich zur Begründung des Finanzierungsbedarfs und die Erhöhung der Kreisumlage immer noch auf das Gutachten Lohfert & Lohfert, das in der Fassung vom 19.4. 2018 auf der Homepage der Agenda 2030 veröffentlicht ist.
Dieses Gutachten diente der Vorbereitung der Strukturentscheidung. Es enthält keine Finanzplanung und ist durch die in der Zwischenzeit getroffenen Entscheidungen überholt.
Die optimistische Bewertung beruht auf unvollständigen und überholten Annahmen.Weiterlesen