Finenazierungsloch Agenda 2030 Ortenau

Pressemitteilung zur Stellungnahme des Ortenau-Klinikums zu genannten Kosten der Zusammenlegung der Geburtshilfe

Pressemitteilung des Runden Tischs zur Stellungnahme des Ortenau-Klinikums zum Leserbrief „Erhalt der Geburtshilfe wäre billiger gekommen. (1.10.2020)

Das Ortenau-Klinikum behauptet in seiner Stellungnahme  zum Einen, die Sanierungen und Erweiterungen in den geburtshilflichen Abteilungen wären nur „teilweise“  im Zusammenhang mit der der Schließung der Oberkircher Geburtshilfe durchgeführt worden oder so in Planung. Zum anderen würden die Kosten deutlich unter 4 Millionen Euro liegen.

Diese Aussagen  können anhand von Presseartikeln und Kreistagsbeschlüssen wie folgt widerlegt werden:

Die genannten knapp 9 Mio. Euro Gesamtkosten setzen sich aus in 2019 geplanten und vom Kreistag abgesegneten Einzelposten von 1,7 Mio. Euro für die Erweiterung der Geburtshilfe für das Klinikum-Offenburg Standort Ebertplatz, von 2,4 Mio. für die Erweiterung und Sanierung der Acherner Geburtshilflichen Station und weiteren 4,6 Mio. Euro für einen Anbau im Klinikum Offenburg Standort Ebertplatz zusammen.

Die genannten 2,4 Mio. wurden lt. Beschlussprotokoll ausdrücklich in Zusammenhang mit der Schließung der „Zusammenführung Geburtshilfe am Standort Achern“ beschlossen. Zusätzlich wurde der Bezug zur Schließung vom Pressesprecher Christian Eggersglüß in der ARZ am 6. Juni 2019 bestätigt.

Im Februar diesen Jahres wurden weitere 4,6 Mio. Euro Investitionskosten bekannt, nachzulesen im OT vom 7. Februar im Artikel: „In Offenburg wird 2020 mit deutlich mehr Geburten gerechnet“: „Derzeit bereitet man sich in Offenburg nach der Schließung in Oberkirch Ende Dezember darauf vor, rund 200 bis 250 Geburten zusätzlich pro Jahr zu begleiten. Um die Kapazitäten zu stemmen, sei ein 4,6 Millionen Euro teurer Anbau im Klinikum-Park geplant, erläutert Mathias Halsinger, Verwaltungsdirektor des Offenburger Klinikums.“

Dass eventuell auch weitere anstehende Sanierungsmaßnahmen bei den anstehenden Arbeiten durchgeführt worden sein können, ist an sich logisch und auch nachvollziehbar. Aber zu behaupten, dass die Kosten für Verlegung der Geburtshilfe aus Oberkirch nach Achern und Offenburg deutlich unter vier Millionen lägen, ist schlicht falsch!

Unabhängig von den tatsächlichen Millionenbeträgen stellt sich die Frage der Nachhaltigkeit: Es wird und wurde in Standorte investiert, die spätestens im Jahr 2030 aufgegeben werden, während das Gebäude des Krankenhauses Oberkirch ja in Form einer sogenannten „Portalklinik“ auch nach 2030 bestehen bleiben soll. Es wäre also durchaus sinnvoll gewesen, die weit über das Renchtal hinaus beliebte Geburtshilfe in Oberkirch zu konzentrieren.

Zitat Landrat Scherer, 21. September 2020

Aussagen des Landrat zu Klinik-Schließungen infolge der Agenda 2030

Der Fachtag zur „Sektorübergreifenden Versorgung im Ortenaukreis“ mit Minister Lucha fand am vergangenen Montag im Landratsamt Offenburg statt. Die Kommunale Gesundheitskonferenz stellte bei der Veranstaltung die bis dato erarbeiteten Ergebnisse zur Bedarfsermittlung vor. Dazu waren 942 Vorschläge der beteiligten Bürger eingegangen, auf die gebündelt und schwerpunktmäßig in die Veranstaltung eingegangenen wurde.

Dabei wurden interessante Vorschläge vorgestellt, wie die Gesundheitsversorgung der Zukunft gerade im ländlichen Raum aussehen soll. Die Veranstaltung wurde als Livestream im Internet gezeigt. Wer Zeit und Lust hat, sollte sich das ganze Video ansehen.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Fischer, Minister Lucha und unserem Landrat Scherer. Dabei äußerte sich unser Landrat zu den geplanten Klinikschließungen im Rahmen der Agenda 2030 und im Besonderen zur Gesundheitsversorgung im Renchtal (ab ca. 1:14 Std. )

Hier das Transkript der wichtigsten Aussagen:

… und nochmal diese Schließungsdebatten oder nicht oder wann, muss man immer in dieser Verzahnung sehen auch zeitlich und wir haben hier einen Beschluss gefasst, weil sie es angesprochen haben 2018, dass die drei Standorte, die jetzt im Fokus sind, was Schließung angeht, dass die geschlossen werden, wenn die Kapazitäten in den Neubauten geschaffen sind, muss mal anders zu formulieren und klar zu formulieren ist auch logisch: ja ich kann eine Klinik nicht zu machen, wenn ich keinen Ersatz habe im stationären Bereich.

Wenn das gegeben ist, dann ist es mal die stationäre Betrachtung und daneben muss ich – das ist mein Lieblingsbeispiel ich bin natürlich medizinischer Laie-  ist der blutenden Finger und – um den blutenden Finger geht’s auch glaube ich ein Stück weit in der Wahrnehmung der Menschen – , dass sie einfach sich nicht vorstellen können, wenn ihr Kind sich in den Finger geschnitten hat, dann aus dem hinteren Renchtal bis nach Offenburg fahren zu müssen, um diesen Finger genäht zu bekommen: Das müssen sie aber auch nicht und das werden sie niemals müssen, weil wir nämlich als Kreis und auch die Kassenärztliche Vereinigung und alle Krankenkassen und alle, die Verantwortung dafür tragen, werden im Endeffekt dafür sorgen, dass dieser Finger vor Ort in einer ambulanten chirurgischen Praxis am richtigen Ort genäht werden kann.

Unser Kommentar:

Nicht nur während der coronabedingten Schließung des Krankenhauses von Ende März bis Anfang August musste das Kind aus dem hinteren Renchtal mit dem blutenden Finger nach Offenburg oder Achern fahren – ein chirurgische Praxis gibt es derzeit im Renchtal nicht! Und jetzt, nach Wiedereröffnung des Krankenhauses inkl. chirurgischer Ambulanz sollte sich das Kind möglichst nur werktags und in der Zeit von 7:30 Uhr bis 15:30 Uhr in den Finger schneiden – ansonsten ist die chirurgische Ambulanz geschlossen und die angesprochene Fahrt nach Offenburg oder Achern steht an.
Dieser Zustand besteht schon seit November 2016 (angeblich wg. Ärztemangel) und viele Renchtäler hatten schon die „Freude“, nicht nur nach Offenburg oder Achern zu fahren, sondern insgesamt bis zu 6 Stunden – zum Teil mit einem schreienden Kind –  in der dortigen Ambulanz zu verbringen!
Und das im Jahre 2020 im Renchtal ! Hier im ländlichen Raum muss eine solide medizinische Grundversorgung gegeben sein. Ist sie es nicht, bedeutet das, dass es deswegen weniger Zuzug bzw. mehr Abwanderungsbewegungen in die Städte gibt. Daraus ergeben sich wirtschaftliche Probleme, die zu einer generellen Schwächung des ländlichen Raums führen.
Ein Landrat ist für den gesamten Kreis verantwortlich, nicht nur für die größeren Städte im Kreis. Gerade weil es im Ortenaukreis es aus topografischen Gründen keinen nennenswerten Öffentlichen Nahverkehr gibt, ist ein ortsnahe Gesundheitsversorgung essentiell – nicht nur für Kinder sondern auch für ältere stationäre Patienten, die dann auch häufiger von Ihren Angehörigen und Freunden besucht werden können, als wenn sie in Offenburg oder Achern in der Klinik lägen.

Finanzierungskonzept für die Agenda 2030 im GKA befürwortet

Wie im echten Theater: Am Vormittag die Generalprobe in voller Besetzung mit Landrat, Klinikgeschäftsführer, leitenden Mitarbeitern, den Fraktionssprechern und den beiden Erfindern des Finanzierungskonzepts, getarnt als Pressekonferenz.
Dann die Premiere des Schauspiels mit der am Ende absehbaren aber doch frustrierenden Abstimmung heute zum Finanzierungskonzept der Agenda 2030 im Gesundheits- und Klinikausschuss des Ortenaukreises: Mit nur einer Gegenstimme wurde von den Kreisräten dem Konzept zugestimmt und und damit den Plenum für die Kreistagssitzung am 3. November zur Nachahmung empfohlen. In der Regel folgt der Kreistag den Empfehlungen.
Aber eigentlich nicht verwunderlich, wenn vorher beim Tagesordnungspunkt „Jahresabschluss 2019 des Ortenau-Klinikums“ drei von sechs Ausschusssprechern ihre Ausführungen damit beginnen, dass sie keine Finanzexperten sind.
Aber dazu hatten Sie ja ihre Vorberatungen in der Finanzkommission mit den entsprechenden federführenden Spezialisten. Hat sich eigentlich jemand ernsthaft diese Frage gestellt: cui bono?

Die Generalprobe, die Pressekonferenz wurde live im Internet übertragen und kann auf der Facebook-Seite des Ortenaukreises angesehen werden:
https://www.facebook.com/Ortenaukreis/videos/763538617544904
Das kann man auch ohne Anmeldung bei Facebook anschauen. Es geht erst nach Anklicken des Videos erst nach 1:15 Minuten los. Am Anfang leise, später lauter. Die Präsentation war dieselbe wie in der Ausschusssitzung, ebenso die Stellungnahmen der Fraktionsvorsitzenden.

2020-09-19 Samstag-Demonstration Löwenbrunnen Oberkirch

Demonstration für gute Gesundheitsversorgung im Renchtal

Da unser heutiger Zeitungsartikel – wohl aus Platzgründen – etwas verkürzt in der ARZ erschienen ist, hier der Originaltext:

Wieder fanden Sich am Samstag gut 50 Demonstranten zur wöchentlichen Samstags-Demonstration des Runden Tischs Krankenhaus Oberkirch ein, um für eine gute Gesundheitsversorgung und gegen die Schließung des Oberkircher Krankenhauses zu demonstrieren. dabei erhielten Sie durch die Organisatoren aktuelle Hintergrundinformationen zu den

Bernd Honsel hat zitierte aus seiner Stellungnahme, die den Kreisräten als Entscheidungshilfe zugeleitet ist, das zur Sitzung des Gesundheitsausschusses vorgelegte Finanzierungskonzept. Als wichtigste Kritikpunkte führte er aus, dass die vorgesehenen Eigenmittelzuführungen nicht einmal die Hälfte der zu erwartenden Verluste decken und daher  für Investitionen nicht zur Verfügung stehen. Die Kliniken bedürfen einer soliden Finanzierung einschließlich Erhaltung des notwendigen Eigenkapitals, das nach dem Finanzierungskonzept in wenigen Jahren aufgebraucht ist. Die in dem Konzept ab 2030  erwarteten künftigen Gewinne sind nicht durch entsprechende Planungen belegt und bei dem heutigen Finanzierungssystem nicht zu erwarten. Danach decken die Krankenkassen nur die Betriebskosten, nicht aber die Investitionskosten. Das Finanzierungskonzept steht im Gesundheits- und Klinik-Ausschuss (GKA) des Kreises am Dienstag ab 13 Uhr zur Beratung und Vorentscheidung an und kann eigentlich aus Sicht des Runden Tischs in der jetzigen Form von den Ausschuss-Mitgliedern nicht befürwortet werden.

Weiter berichtete er über eine Tagung der Kommunalen Gesundheitskonferenz am heutigen Montag, ab 10.30h im Landratsamt, in der unter Beteiligung von Minister Lucha die Ergebnisse der kommunalen Gesundheitskonferenz vorgestellt werden. Er bedauerte, dass zu dieser Veranstaltung die Öffentlichkeit nicht zugelassen wurde und verwies auf die Möglichkeit, im Internet den Sitzungsverlauf unter www.facebook.com/ortenaukreis oder www.youtube/user/lraortenaukreis zu verfolgen.

Hedi Jundt erläuterte den am Mittwoch gemeinsam von den CDU- und SPD-Kreistagsfraktionen veröffentlichten Antrag einer „Zweiten Säule“ der Gesundheitsversorgung in der Ortenau. In dem Antrag geht es darum, nach den geplanten Schließungen der Krankenhäuser in Oberkirch, Kehl und Ettenheim sogenannte „Zentren für Gesundheit“ (Zfg) einzurichten, in denen eine „intersektorale“ Gesundheitsversorgung mit einer Mischung aus ambulanten und einfachen stationären Behandlungen (u.a. sog. „Genesungsbetten“, „Ambulanzbetten“ und Palliativbetten) entstehen soll. Grundsätzlich sind das auch die Forderungen des Runden Tischs. Das große Problem dabei wird aber sein – so wird es von den Antragstellern und auch vom Runden Tisch gesehen, die Finanzierung dieses Modells werden, da es dafür noch keinen Präzedenzfall gibt: Die verschiedenen Beteiligten in unserem Gesundheitssystem müssten sich dazu erst einmal einigen, was sicher nicht in absehbarer Zeit möglich ist. Dieser Antrag wird auch im GKA am Dienstag vorgestellt und beraten werden.

Über den Aufreger der Woche, die Ankündigung in der Presse, dass für die Kreistagssitzung am 20. Oktober (nicht GKA wie fälschlicherweise berichtet wurde) von der Verwaltung ein Antrag für das auf vorzeitige Schließung für 2021 des Krankenhaus Oberkirch vorbereitet würde, ging Kathrin Haenel ein.

In der ARZ war am Donnerstag berichtet worden: „Der Kreis bereitet laut Braun eine entsprechende Vorlage für die Sitzung des Gesundheits- und Krankenhausausschusses am 20. Oktober vor.“ Am folgenden Tag erschien auf der Ortenauseite ein vermeintliche Dementi von Landrat Scherer: „Sollte Herr OB Braun dies tatsächlich so gesagt haben, ist dies falsch.“ Die Frage stellt sich, ob der Satz bewusst so formuliert wurde. Im Prinzip hat der Satz des Landrats insofern seine Richtigkeit, dass am 20. Oktober eine Kreistagssitzung terminiert ist und keine Ausschuss-Sitzung. Der Landrat geht dann im Folgenden auf die GKA-Sitzung am Dienstag ein, in der sich der Ausschuss mit dem Nachnutzungskonzept für den Standort Oberkirch befassen werde. Dann fügt er hinzu: „Eine Vorlage zur Schließung des Standortes Oberkirch zum Jahresende wurde und wird für diese Sitzung nicht vorbereitet“.

Von Vorbereitungen eines Schließungs-Antrags in dieser GKA-Sitzung hatte OB Braun gar nicht gesprochen, sondern von der Kreisratssitzung am 20. Oktober. Und für diese Sitzung hat bei genauem Lesen Landrat Scherer gar nichts gesagt, im Gegenteil – er hat noch hinzugefügt, dass für einen Beschluss zur Schließung der Kreistag und nicht der GKA zuständig wäre. Insofern hat Landrat Scherer zu den Aussagen von OB Braun direkt keine Stellung genommen und nichts davon dementiert. Der Hinweis auf die Zuständigkeit des Kreistages für einen Beschluss zur Schließung kann durchaus auch als Ankündigung verstanden werden.

Angesichts der Situation und der Tagesordnungspunkte in der Sitzung des GKA am Dienstag – wird der Runde Tisch gemeinsam mit anderen Organisationen vor Beginn der Sitzung ab 12 Uhr vor dem Landratsamt Offenburg demonstrieren und ruft alle Unterstützer zur zahlreichen Teilnahme auf.

Ergebnisse der kommunalen Gesundheitskonferenz

Forum „Sektorenübergreifende Versorgung“ morgen Montag 21.9.2020“ mit Minister M. Lucha.

Veranstaltung des vom Ministerium für Soziales und Integration BW geförderten Projektes: „Regionale Strukturgespräche zur gesundheitlichen Versorgung im Ortenaukreis“ im Landratsamt Ortenaukreis, Offenburg
Das Projekt „Regionale Strukturgespräche zur gesundheitlichen Versorgung im Ortenaukreis“ wurde 2019 ins Leben gerufen, um Handlungsempfehlungen zur sektorenübergreifenden Versorgung im Ortenaukreis zu erarbeiten. Die Kommunale Gesundheitskonferenz stellt bei der Veranstaltung die bis dato erarbeiteten Ergebnisse zur Bedarfsermittlung vor. Aufbauend darauf wird in die gemeinsame Diskussion eingestiegen und die weiteren Entwicklungen im Prozess aufgezeigt. Anhand erarbeiteter Schwerpunktthemen wird gemeinsam an möglichen Konzepten gearbeitet und Inhalte weiter vertieft. Begleitet und moderiert wird die Veranstaltung durch die Universität Stuttgart, Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung. Das Projekt wird unterstützt durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Pandemiebedingt mussten verschiedene Veränderungen im geplanten Ablauf vorgenommen werden – dies betrifft unter anderem auch die Einhaltung von Hygieneregeln, wie Abstand halten, was wiederum Einfluss auf die Teilnehmerzahl hat. Daher können wir, anders als geplant, die Veranstaltung leider nur mit reduzierter Präsenzzahl an Teilnehmern stattfinden lassen. Parallel wird am Vormittag (10:30 Uhr bis 13 Uhr) die Veranstaltung per Livestream auf den Social-Media-Kanälen des Landratsamtes Ortenaukreis übertragen (www.facebook.com/ortenaukreis  und www.youtube.com/user/lraortenaukreis ). Wir freuen uns, wenn Sie die Diskussion über das Internet mitverfolgen.

Sollten Sie ggf. kurzfristig Interesse an einer Teilnahme vor Ort haben, melden Sie sich gerne direkt bei uns. Wir prüfen anhand von kurzfristigen Absagen, ob die Teilnahme ermöglicht werden kann“.

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten können ggf. noch kurzfristig organisatorische Veränderungen im Ablauf vorgenommen werden.

Original-Nachricht des Ortenaukreises: hier

Debatte- Finanzierungskonzept Agenda 2030 Schauspiel

Pressekonferenz zum Finanzierungskonzept VOR der Beratung und Entscheidung im Gesundheits- und Klinik-Ausschuss!

Das Ortenau-Klinikum kündigt eine Pressekonferenz zum Finanzierungskonzept der „Agenda 2030“ für kommenden Dienstag, 22. September 2020, ab 11 Uhr an. Im Vorfeld der Sitzung sollen Landrat Frank Scherer, Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller sowie die Fraktionsvorsitzenden ab 11 Uhr in einem Pressegespräch über das zur Beratung stehende Finanzierungskonzept informieren.

Die Pressekonferenz wird live auf Facebook übertragen. So können auch interessierte Bürgerinnen und Bürger die Pressekonferenz  von überall verfolgen.

Der Link zum Livestream auf der Facebookseite des Ortenaukreises wir am Dienstagmorgen auf den Social Media-Kanälen veröffentlicht.
Link zur Original-Meldung: https://www.facebook.com/Klinikum.Ortenau/posts/4919317768082256

Schon eigenartig, dass auch die Fraktionsvorsitzenden VOR der Debatte des Gesundheits- und Klinikausschusses sich an einer Pressekonferenz zum Thema beteiligen!
Alles schon in trockenen Tüchern? – ist die Sitzung nur ein Schauspiel?

Missverständnisse Schließung Krankenhaus

Alles nur Missverständnisse um eine vorzeitige Schließung?

Gestern überschlugen sich die Informationen, die uns erreichten: Die Kreisverwaltung beabsichtige die Schließung unseres Krankenhauses schon für das Jahr 2021, und nicht wie im Kreistagsbeschluss vom Juli 2018 festgehalten im Jahr 2030. Die ARZ berichtete, zitierte dabei unseren Oberbürgermeister Braun: „Es gibt Überlegungen, Oberkirch vorzeitig vom Netz zu nehmen. Dagegen werde ich mich vehement wehren.“
https://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/oberkircher-krankenhaus-vor-der-vorzeitigen-schliessung
Kommentar des Redakteurs dazu: Trauerspiel ums Oberkircher Krankenhaus
Wobei das Wort „Trauerspiel“ ist nicht passt: SKANDAL muss es heißen!

Heute Abend in der Online-Ausgabe der Mittelbadischen Presse nun das Dementi aus dem Landratsamt: „Sollte Herr OB Braun dies tatsächlich so gesagt haben, ist dies falsch“, wird Scherer in einer Mitteilung des Ortenau-Klinikums von Donnerstag zitiert. Richtig sei dagegen, dass der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken sich in seiner Sitzung am Dienstag mit einem Nachnutzungskonzept für den Standort Oberkirch befassen werde. „Eine Vorlage zur Schließung des Standortes Oberkirch zum Jahresende wurde und wird für diese Sitzung nicht vorbereitet“, so der Landrat.

Da geht wirklich einiges durcheinander: Die ARZ schrieb in ihrem Artikel über die beabsichtigte Schließung:
„Der Kreis bereitet laut Braun eine entsprechende Vorlage für die Sitzung des Gesundheits- und Krankenhausausschusses am 20. Oktober vor.“
Bei diesem Termin handelt es sich nicht um eine Sitzung des Gesundheits- und Klinikausschusses, sondern um eine Sitzung des ganzen Kreistags.
Und Landrat Scherer wird zitiert, „dass der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken sich in seiner Sitzung am Dienstag (=22. September) mit einem Nachnutzungskonzept für den Standort Oberkirch befassen werde. „Eine Vorlage zur Schließung des Standortes Oberkirch zum Jahresende wurde und wird für diese Sitzung nicht vorbereitet“, so der Landrat.
Das hat unser OB Matthias Braun auch nicht behauptet, sondern bei seinem Statement ging es um die Kreistagssitzung am 20. Oktober.

Wirklich alles nur Missverständnisse?

FAZIT: ES BLEIBT SPANNEND – DA IST GAR NICHTS VOM TISCH – WIR WERDEN WACHSAM BLEIBEN!

Kommentar zum Besuch Ministers Lucha im Kreistag

Ein Kommentar zum Besuch des Ministers Lucha im Kreistag

Guten Tag,

dem Bericht in der Zeitung über die Äußerungen von Minister Lucha kann ich nur zustimmen.
https://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/runder-tisch-oberkirch-kritisiert-lucha-auftritt

Ich habe mir die Zeit genommen und die fast 2-stündige Rede von Herrn Lucha auf youtube angehört. Er sagte sehr viel und dennoch wenig zu der Problematik hinsichtlich der Grundversorgung vor Ort. Der ganze Kreistag aalte sich in einer unverbindlichen Zusage von 60%-Zuschuss („das ist sportlich“ für mich eher „vage“!). Das Thema kreiste nur um die Konzentration und Spezialisierung.

Das Anliegen der Grundversorgung bzw. Nachsorge wurde mit  „flächendeckende Notfallversorgung, Primärkrankenhaus, Portalkrankenhaus, Nachnutzung,…“ als eine selbstverständliche Voraussetzung deklariert, aber in keinster Weise definiert. Ich denke, dass dies doch das Anliegen des runden Tisches ist.

In diesen Portalhäusern könnte man bei kleinen „Blessuren“ (einfacher Bruch,Prellung,Schnittwunde, Übelkeit, Kreislaufprobleme,…) und  Nachsorge (nach einer OP  in der Spezialklinik,..) vor Ort schnell, günstig und wirksam helfen. Es kann wohl nicht sein, dass man wegen „Bagatellen“ stundenlang die Ambulanz in einer Spezialklinik blockiert! Dies ist doch im Augenblick schon der Fall!

Sicherlich müsste sich  auch im Vergütungssystem der Krankenhäuser etwas ändern. Die ertragreichen Fallpauschalen gibt es nur bei größeren (oft unnötigen) Eingriffen. Da sind wir in der EU ja Spitzenreiter!

Die „ Portalkrankenhäuser“ können doch nur überleben, wenn deren Leistungen für die Grundversorgung auch ausreichend honoriert werden. Ich hatte den Eindruck, dass hier die Finanzierung (KVs, Land…) überhaupt noch nicht geklärt ist.

Zeitgleich erschien gestern ein Bericht in der ARZ, dass die Notfallversorgung im Renchtal unzureichend ist. Braucht es da noch mehr vernünftige Gründe ?!?!

Bei der Agenda 2030 kommt der zweite Schritt vor dem Ersten.
Lassen Sie sich nicht entmutigen!
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Zuversicht.

Beste Grüße aus Oppenau
Heinz Lang

Experten-Rat: Krankenhausfinanzierung reformieren!

Gestern Abend in der Sendung Panorama:

Wir brauchen dringend eine Krankenhausreform: Das Fallpauschalensystem schafft die falschen Anreize, gerade kleine Krankenhäuser auf dem Land werden dadurch benachteiligt. Eine bundesweite strukturelle Reform ist dringend notwendig!!! Da sollte sich mal der hochgelobte Gesundheitsminister Spahn und auch unser Landesminister Lucha endlich daran machen: Anstatt an den Folgen der Fehl-Finanzierung herumzudoktern sollten die Ursachen reformiert werden!!!